Umgang mit Risikokonsum
Glücksspielsucht

Glücksspielsucht

GLÜCKSSPIEL - EINIGE FAKTEN

Glücksspiel was ist das? Definition:
  • Wenn Geld eingesetzt wird, um an dem Spiel teilzunehmen.
  • Wenn das Ergebnis vom Zufall abhängt.

 

Der Gewinn der Glücksspielbetreiber in Niedersachsen hat sich zwischen 2002 und 2010 auf 28 Mio. verdoppelt und lag 2012 bei 33 Mio. €.

28.853.650 € werden jeden Monat an Glücksspielautomaten in Niedersachsen eingesetzt.

Die Lottoeinnahmen betrugen 673,2 Mio. €, wovon 323,7 Mio. € wieder ausgeschüttet wurden.

Die Wahrscheinlichkeit vom Blitz erschlagen zu werden beträgt

1:11.000.000

Die Wahrscheinlichkeit im Lotto zu gewinnen (bei 6 aus 49 plus Superzahl) ist

1: 140.000.000

 

Unter 18 Jahren ist es verboten, an Glücksspielen teilzunehmen.

Auch die Begleitung oder Anleitung durch Volljährige ändert nichts an diesem Verbot.

Einzige Ausnahme: Lose auf dem Jahrmarkt

WEITERE INFORMATIONEN

  • Anzeichen von problematischem Glücksspielverhalten am Arbeitsplatz

    Auffälligkeiten am Arbeitsplatz
    zunehmender Rückzug, wenig Informationen über private Freizeittätigkeiten, Leistungsmängel, viele Kurzfehlzeiten

    Psychische Auffälligkeiten
    Stimmungsschwankungen, Nervosität, Schlafmangel, innere Unruhe, Hektik, Aggressivität, Konzentrationsstörungen, zunehmende Interesselosigkeit, Lügen

    Probleme und Ärger in Beziehungen und mit Angehörigen
    Vorgesetzte, Kollegen und Kolleginnen, Partner, Freunde, Eltern, Kinder leiden unter der Unzuverlässigkeit und Abwesenheit.

    Geldschwierigkeiten
    Schulden, Bitten um Vorschuss, Mehrarbeit für bezahlte Überstunden, „Anpumpen“ von Kollegen und Kolleginnen, Zahlungsverzug, Lohnpfändung sind Warnsignale.
    Im weiteren Verlauf kann es zu strafbaren Handlungen wie z.B. Diebstahl, Unterschlagung, Betrug kommen.

  • Wie reagiere ich als Vorgesetzte oder Vorgesetzter oder als Kollege oder Kollegin bei auffälligem Verhalten durch Glücksspiel?
    • Akzeptieren Sie zunächst, dass zwanghaftes Spielen eine Abhängigkeit darstellt und nicht mehr dem freien Willen unterliegt.
    • Sprechen Sie offen über das Problem, möglichst bevor eine Gehaltspfändung oder Schulden bei Kollegen oder Kolleginnen das Thema an den Tag bringen.    
    • Nehmen Sie dem Spieler oder der Spielerin keine Verantwortung ab und entlasten Sie ihn oder sie nicht. Er bzw. sie muss für die Rückzahlung seiner oder ihrer Schulden allein sorgen.
    • Den Spieler oder die Spielerin auszufragen, bringt Sie nicht weiter, es führt nur zu Spannungen. Sie können ihn oder sie nicht zur Wahrheit zwingen. Die Bereitschaft ehrlich zu sein, muss von dem Spieler oder der Spielerin selbst kommen.
    • Vermeiden Sie Vorwürfe und diskutieren Sie nicht darüber, was er oder sie mit dem Geld hätte anfangen können, wenn es nicht verspielt worden wäre. Die Vergangenheit lässt sich nicht mehr ändern.
    • Helfen Sie auf keinen Fall mit Geld oder gehen Verbindlichkeiten für den Spieler oder die Spielerin ein. Die Erfahrung zeigt, dass dadurch die Abhängigkeit nur verlängert wird.
    • Machen Sie auch anderen deutlich, wie wichtig es ist, dass diese kein Geld (mehr) verleihen.
    • Ermutigen Sie den Spieler oder die Spielerin, Hilfe anzunehmen.
      Suchtberatungsstellen, Selbsthilfegruppen, spezialisierte Therapeuten und Suchtfachkliniken können die Genesung in Gang bringen. Aber nur die betroffene Person selbst entscheidet, ob sie sich auf Hilfsangebote einlässt.
    • Die Genesung und der Abbau von Schulden dauern oft lange und sollten ggf. von einer Schuldnerberatung begleitet werden. Helfen Sie ihm bzw. ihr beim Durchhalten. Glauben Sie daran, dass er oder sie es schafft, auch bei möglichen Rückschlägen.
  • Woran erkenne ich, dass ich ein riskantes Glücksspielverhalten entwickelt habe?
    • ständiges Denken an das Spielen
    • immer mehr und höhere Geldeinsätze
    • sich unwohl fühlen, wenn versucht wird, das Spielen einzuschränken
    • spielen, um Probleme zu vergessen
    • spielen, um das verlorene Geld zurück zu gewinnen
    • das Spielen wird verheimlicht oder es wird deswegen gelogen
    • spielen mit Geld, welches eigentlich für andere Dinge gedacht war
    • geliehenes oder gestohlenes Geld wird eingesetzt

    Check dein Spiel
    Kampagne der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung - BZgA - zur Prävention von Glücksspielsucht

    BzgA Logo "Spiel nicht bis zur Glücksspielsucht" BzgA Logo "Spiel nicht bis zur Glücksspielsucht" BzgA Logo "Spiel nicht bis zur Glücksspielsucht"
  • Beratung und Hilfe

    Suchtberatungsstellen in Hannover und der Region beraten auch bei Glücksspielsucht.

    Spielsucht-Selbsthilfe:

         Spielfrei Leben e.V.
         Telefon-Hotline                              Tel. +49 176-27 15 72 98

         Anonyme Spieler Hannover 
         GA = Gamblers Anonymous       Tel. +49 1805-10 40 76 11

    Selbsthilfe Glücksspiel
         Online-Programm von 6 Wochen Dauer

    Niedersächsische Landesstelle für Suchtfragen
         Eine Arbeitshilfe zur Reduktion des eigenen Glücksspielverhaltens kann bestellt
         werden und steht als Download (PDF) zur Verfügung.

    Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung - BZgA
         Telefon-Hotline bei Glücksspielsucht

         kostenlos und anonym                  Tel. +49 800-137 27 00

    Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen - DHS
        
    Informationen zur Glücksspielsucht sind in folgenden Sprachen erhältlich:
         arabisch, englisch, französisch, griechisch, deutsch, italienisch, polnisch,
         portugiesisch, russisch, serbokratisch, spanisch, türkisch, vietnamesisch.  

    Fachverband Glücksspielsucht - fags

    Für Angehörige: Verspiel nicht mein Leben